Beim Kreuz Jesu stand Maria…

Im Rahmen der Schöpfungszeit hatten wir – passend zu unserem Patrozinium, dem Schmerzhaften Mutter Fest – einen aufrüttelnden Abend mit Berichten aus Bihać und von den EU-Außengrenzen in Bosnien. Stehen mit den Armen und Leidenden – wie Maria unter dem Kreuz … das versuchen wir Schwestern in unserem Alltag zu leben. An den EU-Außengrenzen ist uns das personell nicht möglich, aber ideel und finanziell unterstützen wir seit Jahren das Projekt des Pfarrnetzwerks Asyl „Familien helfen Familien“ in Bihać und die Arbeit von SOS-Balkanroute.

Für diese jahrelange Unterstützung bedankte sich der bosnische Frauenchor „Die Mimosen“ bei der ganzen Kongregation mit drei Liedern am Beginn und einem großartigen Buffet am Ende der Veranstaltung.

Senad Tutic, der Leiter des Sozialhilfezentrums in Bihać, berichtete von der armen Bevölkerung in Bihać, vor allem von jenen, die mit Behinderungen und Einschränkungen leben müssen und die durch das Projekt „Familien helfen Familien“ einen kleinen, monatlichen Lichtblick am Horizont sehen dürfen.

Es war aufwühlend und erschütternd, dem Journalisten Ernst Schmiederer zuzuhören, welchen Menschenschicksalen er auf der Reise mit SOS-Balkanroute-Gründer Petar Rosandic, begegnet ist, wie brutal die Grenzpolizei die Flüchtenden immer wieder zurückschlägt, auch wenn sie schon 60 km weit nach der Grenze sind. Es ist immer wieder das gleiche Bild: Den Menschen wird alles genommen – Socken, Schuhe, Handys, Rucksäcke, vor allem aber die Würde, wenn sie geschlagen, bespuckt, verhöhnt, verspottet werden.

Trotz all der Grausamkeit hat dieser Abend auch gezeigt, dass es Hoffnung gibt: durch Menschen wie Ernst Schmiederer, Petar Rosandić, Senad Tutic, allen Mitarbeiter:innen und allen Spendern:innen, die nicht wegschauen, sondern anpacken und sich einsetzen für Menschlichkeit und Solidarität!

Sr. Elisabeth

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