Wenn aus geflüchteten Menschen Mutmacher:innen werden

Am 16.4.2026 wurden Sr. Annemarie und ich Zeuginnen eines berührenden Abends der Menschlichkeit. Wir waren bei der 8. Bock-Preis-Verleihung.

Ute Bock (1942–2018) war eine Menschenrechtsaktivistin, die für ihre Zivilcourage und für ihre unermüdliche Flüchtlingshilfe in Wien bekannt wurde. Sie gründete das Flüchtlingsprojekt Ute Bock, um schutzsuchenden Menschen private Unterkünfte, Bildungsangebote und rechtliche Beratung abseits staatlicher Strukturen zu ermöglichen.

Der Bock-Preis wird jährlich an geflüchtete Menschen vergeben, die sich in Österreich ehrenamtlich engagieren und damit einen wertvollen Beitrag in der Gesellschaft leisten. Es ist so wichtig, dass wir diese positiven Geschichten und ihre schönen Auswirkungen für unser Land weitererzählen und verbreiten. Damit wird ein Gegengewicht zur flüchtlingsfeindlichen Stimmung in unserem Land sichtbar gemacht. Es ist ja schon erstaunlich, dass Menschen sich ehrenamtlich engagieren, obwohl sie noch mitten im Asylverfahren stecken und noch gar nicht wissen, ob sie in Österreich bleiben werden können.

Heuer wurden vier (von 38 nominierten) Menschen mit dem Bock-Preis ausgezeichnet: der Ukrainer Oleg, 82, der durch seine ehrenamtliche Tätigkeit ausdrücken möchte, dass er dankbar ist, in Österreich sein zu dürfen. Hamdi aus Somalia, die seit über zehn Jahren Frauen beim Ankommen in Österreich begleitet und dolmetscht. Aziz Mohammadi, dessen Lebensmotto heißt: „Mit einer Hand kannst du nicht klatschen!“ und damit die Zusammenarbeit in den Mittelpunkt seines Ehrenamts stellt. Und Ibrahim Rasool, der nach sieben Jahren Flucht und Gewalt mittlerweile als Assistenztrainer im Frauenfußball mithilft.

Die Verleihung des Bock-Preises war eine Erinnerung daran, dass Integration eine gemeinsame Verantwortung ist. Und vielleicht geht es uns auch so wie P. Georg Sporschill SJ es einmal ausgedrückt hat: „Wer einmal auf den Geschmack der Freundschaft mit den Armen gekommen ist, wird süchtig!“

Sr. Elisabeth

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