Am Samstag, 15. 11. habe ich an einer Weiterbildung im Kardinal-König-Haus „Encuentro“ teilgenommen. Es ist das Treffen der Plattform für Weltkirche und Entwicklungs-zusammenarbeit in der Erzdiözese Wien und findet alle zwei Jahre statt. Das heurige Treffen stand unter dem Motto „Pilger:innen der Hoffnung“ und verknüpfte die Friedensarbeit in Ecuador, Kenia, Philippinen und Österreich. In einem inhaltlichen und drei praktischen Vorträgen haben wir uns mit der Befreiungspsychologie nach Ignacio Martín-Baró SJ beschäftigt. In der heutigen Psychologie geht es meist um die Befreiung aus persönlicher Unterdrückung, von persönlichen Traumatas und Wunden, jedoch wird in vielen Fällen nicht gefragt, von wem die Wunden verursacht werden. Viele Traumata sind psychosoziale Traumata, das heißt sozial verursacht und müssen daher sozial geheilt werden, so die These der Befreiungs-psychologie. Es braucht also nicht nur persönliche, sondern vor allem strukturelle Befreiung. Wir sollten uns fragen, was mit unserer Gesellschaft los ist, dass Leute überhaupt traumatisiert werden. Wie dieser Ansatz praktisch umgesetzt werden kann, zeigten viele konkrete Beispiele. So wurde z.B. in einem Dorf mit Frauen gearbeitet, indem ihnen Bilder einer Künstlerin gezeigt wurden und die anhand dessen soziale Strukturen und Rollenbilder reflektiert haben.
Sr. Jana
