Der jährliche Ordenstag …

… ist Begegnung mit vielen Schwestern und Brüdern aus ganz Österreich.

Gleichzeitig aber auch Impuls für den Alltag. Im Vortrag vom Prof. Martin Dürnberger zum Thema „Pilgern und Hoffen – Was Menschen heute bewegt“ ging es um die Bewegungsmuster der Gegenwart und das Schauen darauf, wo heute Unruhe und Spannung drinnen sind. Immer mehr Menschen sind zwangsweise auf der Flucht – 117 Millionen. Die künstliche Intelligenz und ihre noch unabschätzbaren Folgen für die Menschheit bringt fiebrige Unruhe und erweckt das Bild einer Rolltreppe, die nach unten fährt und man ständig versucht, die Rolltreppe hinaufzulaufen. Früher glaubte man an den Aufschwung für alle und „meinen Kindern wird es einmal besser gehen“. Heute herrscht der Gedanke vor: „Hoffentlich haben’s meine Kinder nicht viel schlechter als ich!“ In allen drei Bewegungsmustern geht die Hoffnung in die Defensive.

Für uns Christ:innen heißt das: Die Kirche steht auch innerhalb dieser Bewegungsmuster. Bei so vielen Menschen, die auf der Flucht sind, wird es im 21. Jahrhundert ein Privileg sein, bleiben zu dürfen (= Bleibefreiheit). Wo können wir für andere Menschen Orte zur Verfügung stellen, wo sie bleiben können. Ebenso kann die Tradition des Glaubens eine Ressource der Zuversicht im weitesten Sinn sein. Religion ist tatsächlich ein Angstpuffer. Ganz konkret für unser Heute heißt das: fest in der Gegenwart bleiben und im Alltag das tun, was ich tun kann und das andere Gott überlassen.

Vom Vortrag zum Thema „Was für den Glauben wesentlich ist“ (Veronika Prüller-Jagenteufel) ist uns ein Satz, besser ein Bild hängen geblieben: Gott ist wie eine Schwangere, die mit uns im Hoffnungsraum ist und uns gebären will – hinein in eine neue Welt, in eine neue Hoffnung.

Wir sind dankbar für die Inhalte und Begegnungen an diesem Ordenstag!

Sr. Elisabeth und Sr. Michaela

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