Beim Delegationstreffen am 16.1. beschäftigten wir uns mit dem Testament des Hl. Franziskus. Es lässt sich in drei Teile gliedern: Der erste Teil (Verse 1-23) ist ein geschichtlich-erzählerischer Teil, der Erinnerungen an seine persönliche Identität in der Christusnachfolge (Verse 1-13) enthält und an die gemeinschaftliche Identität im brüderlichen Leben (Verse 14-23)
Der zweite Teil (Verse 24-33) ist ein ermunternd-ermahnender Teil, der Weisungen zur Armut, zur Dienstbereitschaft, zum brüderlichen Zusammenhalt und zum Gebet beinhaltet. Der dritte Teil ist ein interpretativer und abschließender Teil, der motivieren möchte, in schlichter Einfachheit den Fußspuren Jesu zu folgen. Dazu ist das Einhalten der Regel hilfreich.
Mich hat vor allem angesprochen, dass Gott (nicht nur bei Franziskus) die Initiative ergreift und vom Kreisen um sich selbst in eine größere Weite führt, wenn ich mich auf ihn einlasse. Dann werden allerdings die Werte des eigenen Lebens auf den Kopf gestellt.
Ich kann mit Christus wie mit einem Freund sprechen und überall werde ich durch Kirchen und Kreuze an die tatkräftige Liebe Jesu zu uns Menschen erinnert. Christus bleibt verletzlich in seiner sichtbaren Gegenwart, in den Zeichen von Brot und Wein, die uns der Priester darreicht. Christus wirkt auch in einer fehlerhaften Amtskirche.
Gott selbst schenkt mir Schwestern und Brüder. Nicht wir wählen uns Gefährten und Gefährtinnen aus, sondern Christus, der WEG ist es, der vereint und der uns gemeinsam unterwegs aneinander und miteinander reifen lässt.
Geschwisterlichkeit, die auf Erden alle Grenzen überwindet, verbindet uns mit all jenen, die bereits in der Vollendung und am Ziel aller Wege angelangt sind.
Sr. Gudrun
